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Was ist eine Nabelschnurbluteinlagerung?

Nabelschnurbluteinlagerung, auch Nabelschnurblutbanking genannt, bezeichnet die Kryokonservierung der im Nabelschnurblut enthaltenen Stammzellen. Nach der Geburt des Kindes wird die Nabelschnur abgeklemmt. Auch bei einer verzögerten Abnabelung verbleibt jedoch Blut in der Plazenta, das reich an Stammzellen ist und medizinisch genutzt werden kann.

Nabelschnurblutstammzellen sind keine embryonalen Stammzellen, sondern sind multifunktional. Sie können sich noch in verschiedene Zellarten entwickeln, aber nicht mehr in alle 200 verschiedenen Zelltypen, wie embryonale Stammzellen. Sie gelten als besonders wertvoll, da sie sehr jung sind und bisher kaum Umweltfaktoren oder Erkrankungen ausgesetzt waren – im Gegensatz zu adulten Stammzellen. Die Entnahme des Nabelschnurbluts erfolgt sicher und schmerzfrei und stellt weder für das Kind noch für die Mutter ein Risiko dar.

Heute werden Nabelschnurblutstammzellen weltweit in der klinischen Praxis zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt. Darüber hinaus kommen sie in klinischen Studien sowohl für Stammzelltransplantationen als auch für Anwendungen in der regenerativen Medizin zum Einsatz.

Die Nabelschnurbluteinlagerung umfasst den gesamten Prozess – von der Entnahme des Nabelschnurbluts über die Aufbereitung bis hin zur langfristigen Lagerung der gewonnenen Stammzellen für einen möglichen zukünftigen medizinischen Bedarf. Wird das Nabelschnurblut später für eine Behandlung benötigt, gibt die Nabelschnurblutbank die Stammzellen auf Anforderung an die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt frei.

Eltern können zwischen öffentlicher und privater (familiärer) Nabelschnurblutlagerung wählen:

  • Die Spende an eine öffentliche Nabelschnurblutbank ist für Eltern kostenfrei. Allerdings sind nicht alle Familien spendenberechtigt, und nur Nabelschnurbluteinheiten mit ausreichender Zellzahl werden eingelagert. Diese werden anonym registriert und stehen Ärzten weltweit für die Suche nach passenden Stammzelltransplantationen zur Verfügung.
  • Private Familien-Nabelschnurblutbanken erheben eine Gebühr für die Einlagerung. In diesem Fall wird das Nabelschnurblut exklusiv für das Kind und nahe Familienangehörige aufbewahrt und kann als eine Art biologische Vorsorge für die Familie dienen.