Krankheiten,

die mit Transplantaten oder Infusionen von blutbildenden (hämatopoetischen) Stammzellen behandelt werden

Diese Seite wurde für die Umbilical Cord Blood Education Alliance entwickelt.

Hinweis: Für die deutsche Version wurden die englisch-sprachigen Links, soweit möglich, durch Links auf deutsche Seiten ersetzt. Wenn Sie die Originallinks nutzen wollen, müssen sie die US-Version dieser Seite benutzen.

Blutbildende (hämatopoetische) Stammzellen sind in der Lage, sich zu allen spezifischen Zellarten des Blut- und Immunsystems zu entwickeln. Sie befinden sich in Menschen aller Altersgruppen. Die drei Quellen für blutbildende Stammzellen, die routinemässig für medizinischen Behandlungen genutzt werden, sind:

  1. das Knochenmark von Erwachsenen
  2. das zirkulierende (periphere) Blut von Erwachsenen
  3. das Blut in der Nabelschnur von Neugeborenen.
Wenn ein Patient ein Transplantat benötigt, wird der behandelnde Arzt entscheiden, welche Stammzellquelle er nutzt. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem: Der Grad der Übereinstimmung bei den Gewebemerkmalen zwischen Spender und Patient (manchmal sind Spender und Patient auch identisch), die erwartete Schnelligkeit des Anwachsens der neuen Stammzellen und die für die Suche nach einem perfekte Spender verfügbare Zeit.

Standard-Therapien

Das sind Erkrankungen, bei denen standardmässig Stammzelltransplantate zur Behandlung eingesetzt werden. Bei einigen dieser Erkrankungen sind sie die einzige Therapie. Bei anderen werden sie nur eingesetzt, wenn die zunächst eingesetzten Therapien versagt haben oder die Krankheit sehr aggressiv ist. Bei den meisten Erkrankungen, bei denen Stammzelltransplantate Standard-Therapien darstellen, handelt es sich um Erkrankungen verschiedener Blutzellen (SIEHE ABBILDUNG UNTEN), angefangen von den Stammzellen des Knochenmarks bis hin zu den spezifischen Zellen des Blutes.

Literatur (USA)
Cancer.gov Die Krebsdatenbank des National Cancer Institute (USA).
Seite 1 von 36 Einführungsdia des National Cancer Institute "Das Immunsystem verstehen".
www.acor.org Die Association of Cancer Online Resources ist ein Ansprechpartner sowohl für medizinische Information als auch für Gruppen, die Patienten unterstützen.
www.oncolink.com Oncolink ist einer der besten Krebsratgeber im Internet; er stammt von der University of Pennsylvania.

Literatur (D)
Kinderkrebsinfo Das gemeinsame Informationsportal der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und des Kompetenznetzes Pädiatrische Onkologie und Hämatologie.
Ärztezeitung Zusammenstellung von Hintergrundinformationen und Artikeln zum Thema Krebs.
DKFZ Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg.
Wörterbuch Krebswörterbuch, herausgegeben vom Institut für Pathologie des Klinikums Fürth.
Hämatologieatlas Hämatologieatlas, herausgegeben vom Westdeutschen Tumorzentrum, Universitätsklinikum Essen.

Leukämien
(Leukämien sind Krebserkrankungen des Blutsystems, bei denen die Leukozyten bzw. weissen Blutkörperchen erkrankt sind)
Akute Leukämie
Chronische Leukämie

Myelodysplastische Syndrome
(Myelodysplasie wird mitunter als Prä-Leukämie bezeichnet. Siehe auch hier)

Lymphome
(Lymphome sind Krebserkrankungen der Leukozyten, die im Blut und in der Lymphknoten zirkulieren.)

Vererbte Störungen der Roten Blutzellen (Erythrozyten)
(Rote Blutzellen enthalten Hämoglobin und transportieren den Sauerstoff im Körper.)

                                                                      Image courtesy of Dr. Jeff Drew

Andere Störungen der Blutzellproduktion
Anämien (Anämien sind Mängel oder Fehlfunktionen der roten Blutzellen)
Vererbte Funktionsstörungen der Blutplättchen (Thrombozyten). Bluttplättchen sind kernlose Blutzellen, die für die Blutstillung und Blutgerinnung benötigt werden.
Myeloproliferative Erkrankungen (Myeloproliferative Disorders, MPD)
Angeborene Funktionsstörungen des Immunsystems I: Schwere kombinierte Immundefizienz (SCID, siehe auch hier)
Vererbte Funktionsstörungen des Immunsystems II: Neutropenie (siehe auch hier)
Vererbte Funktionsstörungen des Immunsystems III: Andere
Phagocyte Disorders (Funktionstörungen der Phagozyten)
Phagozyten
(auch "Fresszellen") sind Zellen des Immunsystems, die fremde Organismen umhüllen und eliminieren

Krebserkrankungen des Knochenmarks (Plasmazellneoplasien: Störungen der Plasmazellen)

Andere Krebserkrankungen (Nicht dem Blutsystem entstammend)

Therapien in klinischen Studien

Das sind Erkrankungen, bei denen Stammzelltransplantationen sich als vorteilhaft erwiesen haben, aber keine Standardtherapie sind. Bei einigen dieser Erkrankungen verzögern Stammzelltransplantate nur das Voranschreiten der Krankheit, bringen aber keine Heilung. Bei anderen Erkrankungen können Stammzellbehandlungen die Heilung beeinflussen, aber die optimale Dosis und Anwendung der Stammzellen werden derzeit noch untersucht.

Empfohlene Literatur:
Klinische Studien Informationen zu klinischen Studien und zur Arbeitsgemeinschaft der Koordinierungszentren für Koordinierungszentren in Deutschland.
Studien bei Krebs Wie funktioniert klinische Forschung? Wie können Patienten aktiv in der Forschung mithelfen und gleichzeitig von frühen Studienergebnissen profitieren?
BMBF Informationen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu klinischen Studien.
Seltene Erkrankungen Informationen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zu Studien bei seltenen Erkrankungen.

Transplantationen bei Krebstumoren

Transplantationen bei angeborenen Erkrankungen, die das Immunsystem und andere Organe betreffen.

Transplantationen bei angeborenen metabolischen Erkrankungen (Stoffwechselkrankheiten)
Mukopolysaccharidosen (MPS)
Leukodystrophien
Lysosomale Speicherkrankheiten
Angeborene Störungen - Andere

Transplantationen bei Störungen der Zellproliferation (Zellvermehrung)
Histiozytische Störungen (werden zu Hodgkin Lymphomen gezählt, Quelle: Roche Lexikon)

Transplantationen für Erkrankungen des Zentralen Nervensystems

Gentherapie (z.B.: Transplantation genetisch veränderter Stammzellen)
Zum Verständnis der Gentherapie siehe auch: Universität Hamburg, Ärzteblatt, Krebsregister
Glanzmann-Thrombasthenie
Schwere kombinierte Immundefizienz (SCID)

Zelluläre Kardiomyoplastie (z.B.: Stärkung geschädigter Herzmuskeln durch die Infusion von Stammzellen oder ihrer Aktivierung durch Wachstumshormone)


Phase I Klinische Studien/ Experimentelle Behandlungen

Das sind Erkrankungen, bei denen noch nicht erwiesen ist, dass Stammzellbehandlungen bei Menschen wirksam sind. In einer "Phase I" Studie geht es darum herauszufinden, ob die Therapie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe einen Unterschied im Krankheitsverlauf zeigt. Einige Ärzte scheinen Patienten auch außerhalb klinischer Studien experimentell Stammzellen zu geben. In den USA unterliegen solche Experimente jedoch den Einschränkungen, die durch die FDA-Regulierungen auferlegt sind (ähnliches gilt auch für Deutschland). Diese Kategorie von Studien umfasst auch Laborexperimente sowohl mit Zellkulturen als auch mit Tieren.
Stammzelltransplantation bei Autoimmunerkrankungen

Gentherapie (z.B.: Transplantation genetisch veränderter Stammzellen, siehe auch oben)

Regeneration von Nervenzellen
Erkrankungen des Zentralen Nervensystems
Traumatische Verletzungen

Organreparatur
Niere
Leber


Last modified:
Diese Seite wurde für die Umbilical Cord Blood Education Alliance entwickelt.
Copyright 2003, 2004
Frances Verter